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01. Februar 2025 | Portrait

HUBERS ZWEITE BOUTIQUE IN BREGENZ - EIN JUWEL, DAS JUWELEN BEHERBERGT

HUBERS ZWEITE BOUTIQUE IN BREGENZ - EIN JUWEL, DAS JUWELEN BEHERBERGT
Das jahrhundertealte Haus in der Rathausstrasse 7 in Bregenz ist als Phönix aus der Asche auferstanden und schreibt nun, glitzernd und funkelnd, seine Geschichte als Juwelierstandort fort.
In den Reisemonaten des Jahres erkunden die Touristen den Bodensee und seine angrenzenden Juwelen. Konstanz, Lindau und nicht zuletzt auch Bregenz. Sie kommen mit dem Schiff, mit dem E-Bike, dem Auto, dem Zug oder dem Bus. Das Erste, was sie sehen, ist oft die Hafenmeile von Bregenz – mit ihren Möwen, ihren Bäumen, dem anschwappenden Wasser, den Eis geniessenden Touristen und Einheimischen. Wenn sie dann in die Gassen der Stadt ausschwärmen, erreichen sie als Erstes die Rathausstrasse. Sie zieht sich wie eine Ader vom zentralen Kornmarktplatz zur Oberstadt hinauf. Auf der rechten Seite sind pittoreske ältere Häuser zum Postkartenmotiv aneinandergereiht. Eines der schönsten Häuser aber ist die Nummer 7.
Das vergleichsweise zierliche, dreistöckige Haus hat drei hübsche Schmuckdächlein auf dem Satteldach. Es steht hier wohl schon seit dem 17. Jahrhundert – der Hauskauf ist auf 7.7.1777 im Vorarlberger Landesarchiv datiert. Die Fassade besteht aus ockerfarbenem Klinker, aus Marmor als Abschluss zum Gehsteig und aus Holz im Erdgeschoss, in das die Tür und die drei Ladenfenster eingefasst sind.
KURZ VOR DEM VERFALL
Das Haus steht unter Denkmalschutz, war aber kurz davor, zu verfallen und abgerissen zu werden. Da begegnete ihm die Familie von Professor Herbert Zech, dem Gynäkologen und Reproduktionsmediziner. Diese Begegnung sollte sich für das Haus als Glücksfall herausstellen. Denn Professor Zech, seine Frau und insbesondere auch ihre Tochter verliebten sich in das Haus.
«Das ist so ein Schmuckstück, in einer solchen Lage, vis-à-vis vom Rathaus. Dieses Haus abzureissen, das wäre für uns ein Verbrechen gewesen. Wir beschlossen, das Haus zu kaufen und quasi als Geschenk an die Stadt Bregenz wieder herzurichten», erzählt Zech. «Manche sprechen von Rendite. Was wir da reinstecken mussten, das hat mit Rendite aber nichts zu tun. Dieses Haus haben wir nicht gekauft, weil es für uns rentabel ist. Wir haben es gekauft, um es vor dem endgültigen Verfall zu retten.»
Er beschreibt, in welchem Zustand die Rathausstrasse 7 damals, 2019, war. «Unten war der Gold- und Silberschmied Otto Wilhelm Galehr. Über dem Erdgeschoss war das Haus verfallen. Man konnte von unten fast die Dachziegel sehen. Unter dem Dach war ein Taubenschlag und im Innenhof lag dezimeterdick der Taubendreck. Unter hygienischen Gesichtspunkten war das katastrophal.» Nicht nur die Böden, auch die Fenster waren kaputt.
Zunächst einmal räumten Zechs das Haus komplett aus, liessen die Statik kontrollieren und das Gebäude von innen aushöhlen. «Der Makler hatte davon gesprochen, dass man keine oder – wenn überhaupt – nur eine kleine Renovation vornehmen müsse», erzählt der Mediziner. «Vielleicht hatte er von einem anderen Haus gesprochen?», mutmasst er nur halb im Spass. Dafür war die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt eine sehr gute, wie Zech sagt.
«Dieses HAUS ABZUREISSEN, DAS WÄRE FÜR UNS EIN VERBRECHEN GEWESEN. Wir beschlossen, das Haus zu kaufen und quasi als Geschenk an die Stadt Bregenz wieder herzurichten.» - PROFESSOR HERBERT ZECH, Eigentümer der Liegenschaft an der Rathausstrasse 7
Auch die Aussenflächen, sprich, die wunderschöne und besondere Fassade, liessen sie von Fachleuten überarbeiten. Jede Farbe des Sgraffitos wurde überprüft und, wenn nötig, erneuert. Drei Jahre hat es gedauert, das Haus so behutsam wie fachgerecht rundzuerneuern.
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WUNDERBARE NEUE BEWOHNER
Nun ist neues Leben eingezogen. Denn das Haus hat ein weiteres Mal Glück gehabt und einen wunderbaren neuen Bewohner gewinnen können. «Ich hatte eine Patientin aus Moskau. Das Paar hatte mit unserer Hilfe ein Kind bekommen. 2023 kam das Paar ein weiteres Mal nach Bregenz für ein zweites Kind. Sie kauften bei Huber Fine Watches & Jewellery am Leutbühel ein, das liegt ungefähr 100 Meter von der Rathausstrasse 7 entfernt. Das Personal von Huber kam mit ihnen über das Haus, das wir gerade renovierten, ins Gespräch und darüber, dass wir Mieter suchten. Noch am selben Tag meldete sich Herr Huber bei mir und sagte, er hätte Interesse, alle Etagen zu mieten und oben ein Uhrenatelier einzurichten.
Uns gefiel die Idee eines Gesamtkonzepts fürs ganze Haus, und so ist Huber im Juli dieses Jahres in die Rathausstrasse 7 eingezogen.» Diese Tatsache ist auch insofern stimmig, als hier bereits zwei Goldschmiede Quartier bezogen hatten: Ab 1892 mit dem Juwelier Engelbert Köb und wie erwähnt bis vor einigen Jahren mit Otto Wilhelm Galehr.
«EINES DER SCHÖNSTEN GEBÄUDE»
Norman J. Huber schwärmt indes von dem Haus. «Es ist eines der schönsten, markanten und doch kleinen Gebäude. Wir verkaufen Uhren von Marken, die zu einer ähnlichen Zeit gegründet wurden, wie das Haus gebaut wurde. Unsere beiden Geschäfte ergänzen sich dabei gut. Wir präsentieren hier ein komplett anderes Sortiment an Uhren und Schmuck als in unserer Boutique an der Kirchstrasse. In diesen beiden markanten Stadthäusern im Herzen von Bregenz bieten wir ein einzigartiges Einkaufserlebnis mit exklusiven Weltmarken, professioneller Beratung und grösster Wertschätzung für unsere Gäste.»
Wertschätzung hat das Haus auch während des Umbaus erfahren. Beauftragt wurde der Architekt Albert Bollinger aus Luzern, der bereits die Standorte des Uhren- und Schmuckunternehmens in Lech am Arlberg und Vaduz realisiert hat und seit über 20 Jahren mit Huber zusammenarbeitet.
Er hat ein lichtdurchflutetes oberstes Stockwerk geschaffen, in dem nun vier Uhrmacher ihrem feinen Handwerk unter optimalen Bedingungen nachgehen können. Eine edle Holzstiege mit Glasgeländer verbindet die Etagen. Helle Farben und qualitativ herausragende Materialien verknüpfen das geschichtsträchtige Erbe des Hauses mit bester Handwerkskunst von heute.
«Unsere neue Boutique verbindet die historische Tiefe mit modernem Luxus und zeitlosem Design. Indem wir die Originalelemente des Gebäudes bewahren und sie mit modernen, eleganten Einrichtungselementen kombinieren konnten, haben wir eine einzigartige Atmosphäre geschaffen, die das Beste aus Vergangenheit und Gegenwart vereint», erklärt Dejan Krstovic, Geschäftsführer beider Huber-Boutiquen in Bregenz.
HUBERS ZWEITE BOUTIQUE IN BREGENZ - EIN JUWEL, DAS JUWELEN BEHERBERGT
AUFREGUNG UM MALEREIEN
Das Haus hat tatsächlich schon viel erlebt. Zu Zeiten Engelbert Köbs berankte Efeu grosse Teile der Fassade, sodass die kunstvollen Malereien überdeckt waren. Auch um sie hat es bereits am Anfang einige Aufregung gegeben. Die Malerei sei durch den Dekorationsmaler Herrn Fuhrmann aus München entstanden, meldete das Bregenzer Tagblatt 1890. Nur, um zwei Jahre später zurückzurudern: «Es ist geradezu unglaublich, was einer Redaktion alles begegnen kann. Nun teilt uns der hiesige Dekorationsmaler Herr Peter Steurer mit, dass er und niemand sonst die Malereien nicht nur allein entworfen und gezeichnet hat, sondern auch mit der Ausführung derselben betraut wurde …»
Damals schon werden Gäste von Bregenz das schmucke Haus im Vorbeigehen bewundert haben. Heute schwärmen die Touristen von der Hafenmeile in Bregenz aus und kommen an der Rathausstrasse 7 vorbei: «Guck mal, das ist auch ein schönes Haus da», sagen sie zueinander. Sie machen Fotos und schauen nach dem Schmuck in der Auslage. Der Unterschied ist: Heute können sie das Haus nicht nur von aussen, sondern auch von innen erfahren: als ein Juwel, das Juwelen beherbergt.