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01. December 2023 | Wissen

60 Jahre am Puls der Zeit

60 Jahre am Puls der Zeit
Der sportliche Armbandchronograph von Rolex feiert dieses Jahr einen runden Geburtstag und erhält von der Marke prompt ein Facelift. Was macht diese Uhr so unverwechselbar?
In der Sprache des Uhrenmarketings ist ein Zeitmesser schnell mal eine Ikone. Beim Modell «Cosmograph Daytona» von Rolex passt dieser Begriff jedoch ohne Vorbehalte. Sie ist der einzige Chronograph der Marke und erfüllt sämtliche Kriterien, die eine Rolex erfüllen muss, um die Bezeichnung «Oyster Perpetual» tragen zu dürfen: Sie muss wasserdicht sein und von einem Werk mit automatischem Aufzug angetrieben sein. Ausserdem muss sie von der Offiziellen Schweizer Prüfstelle für Chronometer geprüft und zertifiziert sein, um zusätzlich das Attribut «Superlative Chronometer Officially Certified» zu tragen. Wie viele andere Modelle von Rolex gehört dieser Chronograph zu den Zeitmessern, die das Aussehen einer Uhrengattung geprägt haben und schon von Weitem als das «Original» erkennbar sind. Nachdem Rolex 1953 begonnen hatte, professionelle Uhren für bestimmte Berufe zu konzipieren, wie zum Beispiel die «Submariner» für Taucher oder die «Explorer» für Forscher, dachte man zu Beginn der 1960er-Jahre an den Automobilrennsport, bei dem Zeit eine eminente Rolle spielt.
EINE ROLEX FÜR AUTORENNEN
1963, als Rolex die erste «Cosmograph» vorstellte, war ein Chronograph mit automatischem Aufzug noch ein Zukunftstraum, weshalb die Modelle aus dieser Ära bis 1988 allesamt von Hand aufgezogen werden mussten. Beim Design hingegen schrieb die Marke Geschichte: Die drei Hilfszifferblätter für kleine Sekunde, gestoppte Minuten und Stunden hoben sich farblich vom übrigen Zifferblatt ab, indem sie stets in dessen Kontrastfarbe gehalten waren. Bei weissem Zifferblatt waren sie schwarz, bei schwarzem Zifferblatt weiss. Der sogenannte Panda- und ReversePanda-Look war geboren, lange bevor jemand auf die Idee kam, ihn so zu nennen. Doch die Farbgebung war nicht nur eine Frage des Designs, vielmehr garantierte sie eine klare farbliche Trennung der beiden Funktionen der Uhr: der Anzeige der Uhrzeit und derjenigen der gestoppten Zeit. Um das Zifferblatt nicht zu überladen, versetzten die Ingenieure von Rolex die Tachymeterskala auf die Lünette, die das gewölbte Glas umschloss. Mit dieser Skala lässt sich die Durchschnittsgeschwindigkeit eines Fahrzeugs messen. Entweder sitzt man dazu selbst im Fahrzeug oder man wohnt einem Rennen als Zuschauer bei.
Anfangs trugen nur wenige Ausführungen der «Cosmograph» den Namenszusatz «Daytona». Sie waren für den USamerikanischen Markt bestimmt. Dies aufgrund eines Wunsches der Rolex-Niederlassung in den USA, die die Uhr mit
dem Rennzirkus am Daytona Beach in Florida in Verbindung bringen wollte, wo bereits Sir Malcolm Campbell einige seiner Rekorde aufgestellt hatte. Der Zusatz passte so vorzüglich zur Uhr, dass er sich allmählich auf allen Zifferblättern etablierte.
Kultstatus erlangte die Uhr 1969 am Handgelenk von Paul Newman, der sich für die Dreharbeiten zum Filmdrama «Winning» («Indianapolis – Wagnis auf Leben und Tod») zum Rennfahrer ausbilden liess und stets die Rolex «Daytona» trug, die ihm seine Frau Jane Woodward mit der Widmung «Drive Carefully, Me» als Talisman geschenkt hatte. Das Modell ging als «Paul Newman Daytona» in die Geschichte ein. Die Modelle dieses Typs sind heute heiss begehrt, und die Uhr, die er damals getragen hatte, wurde 2017 für die Rekordsumme von 17.8 Millionen US-Dollar versteigert, was sie noch berühmter machte.
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60 Jahre am Puls der Zeit
DIE «DAYTONA» WIRD AUTOMATISCH
Bis 1987 wurde das Modell, abgesehen von den 1965 eingeführten verschraubten Drückern für bessere Wasserdichtigkeit, praktisch unverändert produziert, bevor die Zeit reif war für ein Update. 1988 lancierte Rolex die erste «Daytona» mit automatischem Aufzug. Beim Werk handelte es sich um ein von Rolex stark abgeändertes Kaliber, das auf dem «El Primero» von Zenith basierte. Mit dem neuen Antrieb ging auch eine Überarbeitung des Gehäuses einher, das wie fast alle professionellen Modelle einen Kronenschutz erhielt, der die Silhouette bis heute prägt und die Uhr auch dann erkennbar macht, wenn sie nur unter der Manschette hervorlugt. Die Totalisatoren waren nicht mehr komplett in der Kontrastfarbe zum Zifferblatt ausgefüllt, sondern nur noch deren äusserer Rand, sodass sie von Weitem als Ringe erschienen. Die Lünette mit der Tachymeterskala war nun konisch nach unten gezogen. Das liess das Profil der Uhr schlanker erscheinen. Rolex liess zwölf weitere Jahre verstreichen, bevor die Marke im Jahr 2000 das lang erwartete eigene Automatikwerk für die legendäre Uhr vorstellte. Man hatte sich bewusst Zeit gelassen, um das neue Jahrtausend mit einer zukunftssicheren Konstruktion einzuläuten, die dem Ruf des Hauses für langlebige Lösungen gerecht wurde. Dazu gehörte eine vertikale Kupplung für die Stoppfunktion. Der vertikale Kraftschluss zwischen antreibendem und angetriebenem Rad verhindert das Springen des Sekundenzeigers beim Start des Chronographen und ist im Betrieb deutlich weniger anfällig für Stösse. Selbstverständlich handelte es sich beim neuen Werk mit der Bezeichnung 4130 um eine integrierte Konstruktion, bei der Chronograph und Uhrwerk nicht trennbar sind. Die Abfolge der Chronographen-Funktionen Start, Stopp und Nullstellung werden über ein traditionelles Säulenrad gesteuert, ein Merkmal hochwertiger Stoppuhren. Äusserlich sah die «Neue» dem Modell von 1988 sehr ähnlich. Doch es gibt zwei Merkmale, dank denen man – ohne alle Modellvarianten zu kennen – auf den ersten Blick sieht, ob es sich um eine «Daytona» mit adaptiertem Zenith-Uhrwerk handelt oder um eine mit dem Rolex-eigenen Kaliber: Bei den Modellen mit dem Kaliber 4130 (und 4131) befinden sich die Achsen der Totalisatoren links und rechts des Zentrums leicht oberhalb der Mittellinie zwischen den 9-Uhr- und 3-Uhr-Indizes. Ausserdem ist die kleine Sekunde neu auf der 6-Uhr- und nicht mehr auf der 9-Uhr-Position.
AUF DEM NEUSTEN STAND 2016
hielt bei der «Daytona» ein neues Material Einzug: Die Lünette mit der Tachymeterskala, die seit 1988 stets im selben Metall gehalten war wie Gehäuse und Band der Uhr, bestand in den aktualisierten Modellen aus schwarzem «Cerachrom», der Rolex-internen Bezeichnung für HightechKeramik. Einzig die Variante in Platin schmückte sich mit einer braunen «Cerachrom»-Lünette. Ausserdem änderte sich mit diesem Modell die Tachymeterskala auf der Lünette, indem die Ziffern nicht mehr horizontal, sondern radial ausgerichtet waren.
Dieses Jahr setzt das legendäre Modell erneut zu einem grossen Entwicklungssprung an. Denn so konservativ Rolex in manchen Belangen sein mag, so innovativ ist die Marke, wenn es um die Zuverlässigkeit ihrer Uhrwerke geht. Die 2023 vorgestellte «Daytona» ist mit einer Weiterentwicklung des Kalibers 4130 ausgestattet, das nun die Bezeichnung 4131 trägt. Es ist mit der von Rolex entwickelten «Chronergy»-Hemmung versehen, die höhere Ganggenauigkeit bei weniger Energieverbrauch bietet. Auch äusserlich erhielt das Modell ein paar wenige Retuschen, die jedoch den Gesamteindruck kaum verändern. So schmückt die «Cerachrom»-Lünette nun ein zum Gehäusematerial passender Metallring, die Ringe der Totalisatoren sind schmaler und die Indizes sind wieder so lang wie beim Modell von 1988. Doch das Modell in Platin wartet mit einer überraschenden Neuerung auf: Zum ersten Mal in der Geschichte der Marke ist das «Oyster»-Gehäuse mit einem Saphirglasboden ausgestattet, der den Blick auf das neue Uhrwerk freigibt.